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Mixed Media Projekt 2019 „Multilateral“

Fünf Künstlerinnen aus dem Emsland zeigen ihre Werke im Amtsgericht Meppen

Die Künstlergruppe „mixed media“ des Meppener Kunstkreises - das sind: Janet Große, Melanie Kuipers, Katharina Haase, Astrid Stürmann und Saskia Lorenz.

Saskia Lorenz
Fotografie „Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht“



Im Foyer des Amtsgerichts stößt der Besucher auf drei Fotografien von Saskia Lorenz, die ein Mädchen zeigen, das mit gefährlichen Gegenständen spielt. Handelt es sich um ein Kinderspiel oder um ein Verbrechen? Die Entscheidung liegt beim Betrachter.





Janet Große
Streetphotography „Notre Dame der Paris“



Bei den Fotografien von Janet Große geht es um die Suche nach Stille. Sie hat ihre Fotografien mit Seiten aus alten Kassenbüchern hinterlegt. Ihre Werke sollen verdeutlichen, dass das Leben von jedem Menschen eine Vielzahl von Entscheidungen verlangt. Sie will dem Betrachter aufmuntern mehr auf das Herz und das Bauchgefühl als auf Daten und Fakten zu hören, die im Hintergrund bei jeder Entscheidung sozusagen als Fragenkatalog ablaufen.



Katharina Haase
Verzeihboard


Katharina Haase hat sich mit den Begriffen „Wahrheit und Verzeihen“ auseinandergesetzt. An einem „Verzeihboard“ ist jeder Besucher eingeladen, einem Mitmenschen zu verzeihen, indem er den Namen auf einen Zettel schreibt und dem Werk anheftet.

An einer „Wahrheitsmaschine“ kann man sich mit seiner eigenen Aussage fotografieren und das angefertigte Selfie als eigene Wahrheit in den sozialen Netzwerken hochladen.


Melanie Kuipers
Geheimisträger




Melanie Kuipers hat in ihren Werken anonym gepostete Aussagen aus ihrer „Whisper-App“ in Bilder platziert, die Gehirnzellen darstellen. Die Aussagen sind spiegelverkehrt und können vom Betrachter mit Mühe (oder einem Spiegel) gelesen werden.



Astrid Stuermann
Schichtung



Astrid Stürmann schafft mit ihren Bildern eine Erlebniswelt aus Farben, Schichten und Strukturen. Die Bilder laden zum „Hindurchsehen bis auf den Grund“ ein.



„Die Themen, die die Künstlerinnen in ihren Werken ansprechen berühren mich sehr, so Anette Schneckenberger, Direktorin des Amtsgerichts. „Die Frage nach der Wahrheit, Täuschung, das Treffen von Entscheidungen, das Freilegen von vielen oberflächlichen Schichten bis die Wahrheit an das Licht kommt – das sind alles Fragen und Aufgaben, die täglich auf eine Richterin oder einen Richter zukommen. Das „Verzeihboard“ von Katharina Haase macht deutlich, dass es neben der Sühne von Straftaten durch eine Verurteilung vor dem Strafrichter auch noch eine andere Seite gibt und in dem ein oder anderen Fall vielleicht auch ein Verzeihen möglich ist. Auch der Hinweis auf verschiedene Wahrheiten, entspricht dem, was ich in meinen Verhandlungen und Verfahren schon oft erlebt habe: ein und dieselbe Geschichte hört sich – je nachdem wer sie erzählt – ganz anders an.“

Die Ausstellung eröffnet jedem Betrachter auf viele Dinge einen neuen Blick. In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern viele neue Einblicke!

Die Werke der Künstlerinnen sind bis zum 10.01.2020 zu den üblichen Öffnungszeiten des Amtsgerichts zu bestaunen. Der Eintritt ist frei!



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