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Vizepräsident des Oberlandesgerichts Oldenburg Dr. Michael Kodde auf Abschiedstour


„Wir brauchen mehr Frauen als ehrenamtliche Landwirtschaftsrichter i n n e n“


"leer" Bildrechte: agmeppen
v.l.n.r. Richter am Amtsgericht Kuiter, Richterin am Amtsgericht Dr. Sandhaus, Direktorin des Amtsgerichts Schneckenberger, Vizepräsident des OLG Dr. Kodde

Am 13.01.2020 hat der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Oldenburg Dr. Michael Kodde sich beim Amtsgericht Meppen verabschiedet. Er geht nach 37 Dienstjahren als Richter, von denen er 20 Jahre Vizepräsident des OLG war, am 31.01.2020 in den Ruhestand. Zuvor besucht er alle Gerichte, die im Bezirk des Oberlandesgerichts ihren Sitz haben; dies sind 23 Amtsgerichte und drei Landgerichte.

Herr Dr. Kodde war nicht nur 20 Jahre Vizepräsident des OLG – gleichzeitig war er auch 20 Jahre Vorsitzender des Landwirtschaftssenates des Oberlandesgerichtes. Der Landwirtschaftssenat des OLG ist mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Landwirtschaftsrichtern besetzt. Vor dem Landwirtschaftsgericht am OLG wird in zweiter Instanz über die Hofnachfolge und in Landpachtsachen gestritten. „Wir brauchen dringend mehr Frauen als ehrenamtliche Landwirtschaftsrichterinnen“, erklärte der passionierte Landwirtschaftsrichter anlässlich seines Abschiedsbesuches. Die Förderung von Frauen sei ihm stets ein besonderes Anliegen gewesen. Am Oberlandesgericht kommen in einer Wahlperiode insgesamt acht ehrenamtliche Landwirtschaftsrichter und -richterinnen zum Einsatz. Hierunter sei derzeit eine Frau. Die ehrenamtlichen Richter werden über das Landvolk von der Landwirtschaftskammer vorgeschlagen. Die Auswahlentscheidung trifft das Oberlandesgericht.

Auf die Frage der Direktorin des Amtsgerichts, Anette Schneckenberger, was sich in den letzten 30 Jahren am meisten verändert habe, erklärte der Vizepräsident: Die Justiz ist deutlich bürgerfreundlicher geworden. Zu Beginn meiner Dienstzeit wurde der Bürger „von oben herab“ behandelt. Heute versteht sich die Justiz als Dienstleister und die Bürgerinnen und Bürger werden als Kunde, als Menschen und nicht als „Rechtsunterworfene“ wahrgenommen. Ich meine, keinem Richter „fällt ein Zacken aus der Krone“, wenn er einen Zeugen oder eine von weit angereiste Partei danach fragt, wie die Anreise war.

Als Abschiedsgeschenk überreichte Dr. Kodde der Direktorin eine Siegelmarke aus dem 19. Jahrhundert, mit der damals die Briefe des Gerichts verschlusssicher verschickt wurden. Damals war das Amtsgericht Meppen „Königlich Preußisches Amtsgericht“.




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